Stottern / Poltern

Wir alle zeigen in unserem Sprechen Unflüssigkeiten z. B. in Form von Sprechpausen, Abbrüchen oder Einschüben. Beim Stottern handelt es sich jedoch nicht einfach nur um ein Mehr an solchen Sprechunflüssigkeiten, sondern um eine für das Störungsbild typische Qualität von Unterbrechungen des Redefluss. Es zeigen sich Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern, Dehnungen und Blockierungen. Diese Stottersymptome werden vom Zuhörer als auffällig empfunden.

Darüber hinaus können weitere sprachliche (z. B. häufige Abbrüche, Satzumstellungen, Einbau von Floskeln) und nicht-sprachliche Besonderheiten (z. B. Sprechangst, große Anspannung, Mitbewegungen) hinzukommen.

Ca. 5 % aller Kinder (bis ca. 11 Jahren) stottern in ihrer Sprech- und Sprachentwicklung. Bei ca. 1 bis 2 % bleibt das Stottern erhalten. In diesem Fall sind Jungen/Männer etwa viermal so häufig betroffen wie Mädchen/Frauen.

Das Stottern und Poltern kann nicht auf eine einzelne Ursache zurückgeführt werden. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass es sich beim Entstehen und Fortbestehen von Stottern um ein multifaktorielles Geschehen handelt, wobei z. B. organisch-konstitutionelle Faktoren, psychische und soziale Faktoren eine Rolle spielen.

Eine Stotter- oder Poltertherapie wird individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Dabei spielen neben dem Alter und der Ausprägung der Symptomatikdie persönlichen Vorstellungen und Bedürfnisse eine übergeordnete Rolle.

Ziel ist es, den Betroffenen ein Sprechen zu ermöglichen, das so flüssig, verständlich und natürlich wie möglich klingt. Begleitsymptome, z. B. die körperliche Anstrengung beim Sprechen sollen abgebaut werden. Beabsichtigt wird eine vollständige Übertragung des Erlernten in den persönlichen Alltag.