Sprachentwicklungsstörungen

Die Voraussetzungen für einen ungestörten Spracherwerb beginnen mit der Schwangerschaft. Hierbei entwickelt das ungeborene Kind seine biologischen Anlagen, um Sprache erwerben und anwenden zu können. Nach der Geburt kommt die sprachliche Zuwendung seitens der Eltern, Geschwister, Verwandten und anderer Menschen hinzu.

Der Spracherwerb beginnt lange bevor das Kind selber sprechen kann. Er umfasst verschiedene Bereiche: die Aussprache, den Wortschatz, die Grammatik, die Anwendung von Sprache, das Sprachverständnis, den Redefluss und nicht zuletzt das Sprachgefühl.

Eigentlich ist es immer wieder ein kleines Wunder, dass viele Kinder ohne große Mühe sprechen lernen. Doch zahlreiche von ihnen haben Schwierigkeiten dabei. Um solche Störungsformen des Spracherwerbs wird es im Folgenden gehen.

Wir sprechen von gestörter Sprachentwicklung, wenn es zu deutlichen zeitlichen Verzögerungen und/oder anders als normal verlaufenden Entwicklungen in mehreren sprachlichen Bereichen kommt. Als Faustregel gilt das Alter von ca. vier Jahren. Spricht Ihr Kind dann noch auffällig anders als andere Kinder, sollte es dringend Fachleuten vorgestellt werden.

Häufig bestehen bereits vorher Anzeichen, die eine gestörte Sprachentwicklung wahrscheinlich machen. Diese sind:

  • ein herabgesetztes Hörvermögen
  • häufig unangemessene Reaktionen auf altersgemäße sprachliche Aufforderungen
  • das Ausbleiben bzw. das Verstummen der Lallphase um den 7. Lebensmonat herum
  • eine mangelnde Bewegungskontrolle vor allem im Gesichts-Mundbereich (z.B. vermehrter Speichelfluss über das 2. Lebensjahr hinaus)
  • das erst mit eineinhalb Jahren verspätet einsetzende Auftreten erster Wörter
  • verlangsamte Entwicklungsfortschritte in allen sprachlichen Bereichen, was sich u.a. in einem geringen Wortschatz von weniger als 100 Wörtern im Alter von 3 Jahren, auffällig mangelnde Verständlichkeit des Sprechens sowie dem Fehlen von Zweiwortsätzen im Alter von ca. 2 Jahren äußern kann
  • die mangelnde Fähigkeit im Alter von ca. 3 Jahren Fragen zu formulieren

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um sprachentwicklungsgestörte Kinder im Alltag zu unterstützen. Sprachtherapeut/inn/en beraten Sie umfassend und individuell, was für Ihr Kind sinnvoll ist.?Allgemein kann man sagen, dass die Förderung der Sprechfreude im Mittelpunkt stehen sollte. Dies lässt sich u.a. dadurch erreichen, dass Kinder für ihre Sprachfehler nicht kritisiert oder getadelt werden. Sie helfen Ihrem Kind, wenn Sie fehlerhaft Gesprochenes unkommentiert korrekt wiedergeben. Sprachübungen sollten Sie nur nach Absprache mit Fachleuten durchführen.